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"Pimp my Filter" - Filtertuning

Viele Leute kaufen ihren Filter bei Baumärkten, Zoohandlungen, Internet, … Leider fehlt manchmal die richtige Beratung, bzw. will so mancher Verkäufer nur schnelles Geld machen. Die Folge davon ist, daß der Käufer meistens recht schnell feststellen muß, daß der gekaufte Filter nicht den Anforderungen oder Versprechungen entspricht. Geht man dann zu einem anderen Händler oder vielleicht sogar zum gleichen, dann wird empfohlen einen 2. oder 3. Filter anzuschaffen, um das Filterresultat zu verbessern. Andere wiederum raten, den gesamten „Müll“ rauszureißen und eine „richtige“ Filteranlage um zig Tausend Euros zu kaufen. Ich will hier sicher keinem Händler oder sonst jemanden böse Absichten unterstellen, aber leider zeigt die Praxis das gerade beim Thema Filter/Filterkauf grobe Fehler gemacht werden. Am Ende ist aber dann doch wieder der Käufer selber schuld, hat er vielleicht nicht alle Angaben zum Teich ganz korrekt abgegeben, darauf vergessen daß der Teich doch mehr als 4 Stunden täglich in der prallen Sonne liegt oder sich bei der Mengenangabe des Teichvolumens verschätzt!

Manchmal wird man aber auch einfach selber gestraft, weil man vielleicht nicht so viel Geld ausgeben wollte oder weil man glaubte mit dem kleinen billigeren Filter genauso gut auszukommen wie mit einem Größeren teureren. Oder es hat sich im Laufe der Zeit am Teich selber etwas geändert. Kleinere Umbauten haben das Wasservolumen vergrößert. Aus den Anfangs 10 Koi sind im Laufe der Jahre 30 Koi, 40 Koi oder mehr geworden. Ganz egal was immer es ist, Fakt ist ein unzureichendes Filterergebnis!

Was kann man machen, wenn eines oder vielleicht sogar mehr der oben genannten Aspekte zutreffen?

Das Zauberwort heißt Filtertuning!

Das wichtigste zu Beginn ist einmal herauszufinden was das eigentliche Problem ist. Sind zu viele Trübstoffe im Teich vorhanden? Nehmen Algen überhand? Bekomme ich meine Wasserwerte nicht in den Griff? Bildet sich gelblicher Schaum auf der Teichoberfläche oder bei Bachläufen? …

Erst wenn man herausgefunden hat, wo das eigentliche Problem am Teich liegt kann man gezielt dagegen vorgehen. Manchmal liegt es nämlich gar nicht am Filter selber, sonder andere Umstände tragen zu einem nicht wünschenswerten Filterergebnis bei. Daher muß man sich zu 100% sicher sein, daß der Filter der Verursacher von Problemen mit dem Wasser ist.

 

Checkliste die man vor einem Filtertuning durchgehen sollte:

 

- Füttergewohnheiten bzw. Futtermittel für die Fische

- Ausgangswasser bzw. Leitungswasser das zum Auffüllen vom Teich verwendet wird

- Teichrandgestaltung - besteht die Möglichkeit das Nährstoffe von außen in den Teich eingespült oder eingebracht werden

- Teichgäste - also z.B. Enten, Vögel, Schwäne, Hunde, … die zur Belastung des Wassers beitragen können

- Lage des Teiches, also z.B. die Sonneneinstrahlung pro Tag, Wind welcher Laub oder anderen Schmutz in den Teich weht

- Materialien die am Teich verwendet und verbaut wurden - z.B. Kalkstein, Kunststoffe, Beton, Hölzer, …

- Könnten sich Stoffe im Wasser lösen die zu Problemen führen - siehe obige Materialien

- Verschmutzter/verschlammter Teich der gründlich gereinigt werden müßte da sich sonst zu viele Stoffe im Wasser lösen

- Defekte oder nicht funktionierende Teichpumpen, Belüfter, UVC, ...

 

Hat man dann mit Sicherheit festgestellt, daß eindeutig der Filter der Verursacher etwaiger Wasserprobleme ist, dann kann man vor dem Tausch einer Filteranlage noch versuchen, die Leistung etwas anzuheben. Je nach Problem kann man hier verschiedene Wege gehen. Liegt zum Beispiel eine ständige Trübung im Teich durch Schwebstoffe vor (außer bei Schwebealgen - da hilft verläßlich eine korrekt dimensionierte UVC-Anlage), kann davon ausgegangen werden das die Filtermaterialien zu grob sind, und zu viele Stoffe den Filter ungehindert passieren können. Meistens rührt diese Problem dann schon von der Vorfilterung her. In so einem Fall hat man 2 Möglichkeiten. Entweder feinere Filtermaterialien einsetzen - die dann aber sehr schnell verstopfen - oder man verbessert die Vorfilterung damit in den biologischen Teil des Filters gar keine Schwebstoffe mehr kommen. Gerade bei Reihen– oder Centervortex Filtern läßt sich dies leicht durch eine nachträgliche Installation eines Siebfilters (z.B. SIFI, SPRIFI, ANSWER, …) realisieren. Dadurch werden mind. 90% der Schwebstoffe bereits im ersten Teil des Filters ausgeschieden und die nachfolgenden biologischen Kammern wesentlich entlastet. Bei der Verwendung eines Bogensiebes könnte man z.B. auf das nächst feinere Sieb umstellen, was aber eine Reduktion des Durchsatzes und einen höheren Reinigungsaufwand zur Folge hat. Ständige Trübung des Teichwassers könnte auch dadurch entstehen, daß eine zu geringe Umwälzrate im Teich vorhanden ist und daher zuviel Schmutz am Boden liegen bleibt, den die Koi dann ständig aufwirbeln. In so einem Fall sollte die Pumpe verstärkt werden, am Besten eine 2.Pumpe installieren um die Umwälzraten zu erhöhen. Natürlich muß man darauf achten, daß der Filter mit dem höheren Durchfluß auch zurechtkommt.

Ein anderes Problem könnte der Nitrit- oder Ammoniakwert sein. Befinden sich diese Werte nicht im Idealbereich bedeutet das für die Lebewesen im Teich höchste LEBENSGEFAHR! Gründe dafür könnten zu viele Nährstoffe im Wasser sein (z.B. durch Futter eingebracht, …) oder auch zu viele Fische im Teich. Hier könnte man sich Abhilfe mit zusätzlichem oder besserem Filtermaterial schaffen. Häufig werden die in Zoohandlungen oder im Internet gekauften Filter mit den billigsten Filtermaterialien bestückt. Unsere so wichtigen Bakterien leben auf dem Filtermaterial, und können daher nur so viel Fläche besiedeln, wie durch das Filtermaterial zur Verfügung gestellt wird. Etliche Teichbesitzer haben sehr gute Ergebnisse erzielt, indem Sie eine der Filterkammern mit modernen Hochleistungsfiltermedien bestückt haben. Dazu zählt z.B. Helix, Kaldness, Siporax, Crystal Bio und ähnliche Filtermaterialien. Diese bieten den Bakterien eine enorme Oberfläche zum besiedeln, und nur „wenige“ Liter können die Leistungsfähigkeit eines biologischen Filters verdoppeln. Auch Spezialfiltermaterial wie Zeolith kann bei Wasserproblemen eine Hilfe sein. Jedoch muß Zeolith regelmäßig gewartet - sprich gereinigt und regeneriert werden. Passende Artikel finden Sie im Teichshop unter der Kategorie Filtermaterial.

 

KLEINER TIP

 

All jene die ein Bogensieb im Einsatz haben, würde ich zu einer Nutzung des Raumes unter dem Sieb raten. In der Regel ist dieser Raum ungenützt, da ja die Pumpe außerhalb des Behälters steht. Doch gerade dieser kleine Bereich im Filter ist ideal für ein Hochleistungsfiltermedium. Durch das herabrieseln des Wassers vom Sieb ist dieses sehr stark mit Sauerstoff angereichert, lebensnotwendiger Sauerstoff für die wichtigen nitrifizierenden Bakterien. Es wäre eigentlich sehr schade wenn man diesen idealen Bereich des Filters nicht auch gleich zur biologischen Reinigung verwendet. Man muß nur darauf achten, daß immer der Zulauf zur Pumpe sichergestellt ist und kein Filtermaterial den Anschluß verstopfen kann. Am Besten man gibt das Filtermaterial in ein stabiles Behältnis, z.B. in einen Teichpflanzkorb. Diese kann man aufeinander stapeln oder auch gut nebeneinander aufstellen. Außerdem läßt sich so das Filtermaterial bequem zum reinigen aus dem Bogensiebfilter heben.

Fairerweise muß man aber auch sagen, daß es wirklich Filter gibt, wo man am Besten die gesamte Anlage austauscht. Tonnenfilter, „Spielzeugfilter“, und viel zu klein dimensionierte Anlagen, kann man auch nicht durch mehr Umwälzrate oder ein besseres Filtermaterial zum Superfilter umbauen. In solchen Fällen bleibt dann wirklich nur noch das Tauschen der gesamten Filteranlage. All jene die vor dem Kauf einer Filteranlage stehen, rate ich daher ruhig ein wenig skeptisch beim Händler nachzufragen, um eventuelle Probleme oder Schwachstellen des Filters im Vorhinein ausfindig zu machen. Nehmen Sie sich vor dem Kauf Zeit, alle Faktoren genau durchzudenken die zu Problemen beim Teich bzw. Wasser führen könnten!

 

 

 

 

 

 

© by Roland Oberbauer