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Eibenbau Trommelfilter

Technische Daten:

Trommeldurchmesser ~ 50cm

Trommellänge ~ 70cm

Durchsatz größer 30m³/h

Spülung mit normaler Gartenpumpe max.4bar

 

Begonnen hat alles mit dem Zusammentragen der Einzelteile für den Trommelfilterbau. Also habe ich mir weiße 15mm PE-Platten besorgt. Zusätzlich ein Drahtgitter mit 25x25mm Maschenweite, Rollen, Niro-Eisenteile wie Gewindestangen, Schrauben, Muttern, Beilagscheiben, … Die meisten Teile habe ich im Baumarkt gekauft. Ein Sieb habe ich von meiner Firma bekommen.

In der Folge möchte ich meinen Trommelfilterbau Anhand von einigen Fotos beschreiben.

 

Meine Anforderungen an meinen Trommelfilter sind:

- kostengünstig in der Anschaffung und Erhaltung

- leicht zu bauen, einfacher Aufbau

- Revisionsklappe in der Trommel um im Notfall auch mal in die Trommel hineinschauen zu können

- große Siebfläche für hohen Durchsatz

- gute Abdichtung nach aussen, damit wirklich kein Schmutz die Trommel so leicht umgehen kann

- Notüberlauf/-auslauf falls etwas schief geht

- Materialien die bezahlbar sind, aber trotzdem haltbar

 

 

Als erstes fing ich mit dem Bau der Trommel an. Ich hatte mir vorgenommen, links und Rechts einen Kunststoffring mit ca. 5cm Breite zu machen, bei dem dann das Gitter befestigt werden sollte. Also Oberfräse ausgepackt und zwei Scheiben mit ca. 50cm Durchmesser ausgefräst. Das Ganze dann noch einmal mit ca.40cm Innendurchmesser und schon sollte ich die beiden Kunststoffringe fertig haben. Beim Ausfräsen habe ich mir zur Aufnahme vom Gitter und dem Sieb auch gleich noch eine 4mm breite und 8mm tiefe Nut eingefräst.

 

Ebenfalls aus PE sind die quadratischen Deckel des Trommelfilters. Dort habe ich eine Dichtschnur eingebaut, die zur Trommel hin eine Abdichtung ergeben soll. Zusätzlich habe ich dann Rollen auf die Deckel montiert (mittlerweile aus PE und mit säurefesten Achsen), auf denen später die Trommel laufen soll. 3 Stück sind ausreichend, um ein Herausfallen der Trommel zu verhindern.

 

Ok. so weit so gut. Nun ging es weiter beim Bau der eigentlichen Trommel. Als Stützgitter habe ich mir im Baumarkt ein kunstoffummanteltes Drahtgitter mit 25mm Raster gekauft (war ein Fehlkauf, würde nächstesmal ein kleineres Raster wählen aus Gründen der Stabilität z.B. 13mm). Das Gitter wird zu einer Gitterrolle geformt und dann in die Nuten der Ringe gestellt. Damit das Ganze auch gut zusammenhält, werden die beiden Ringe mit 8 Stück Gewindestangen zusammengehalten. Dafür habe ich in die Ringe kleine Vertiefungen eingefräst, damit die Muttern nicht vorstehen und eventuell ein Problem mit der Dichtung / Seitenwand verursachen. Die so vorgefertigte Trommel habe ich nur Anschauungsweise mal zwischen die 2 Seitenteile gestellt, damit man sich mein Vorhaben besser vorstellen kann. So sollte der fertige Trommler dann mal aussehen, nur halt mit Schmutzrinne und feinerem Sieb, Antrieb, Spülung und etc.

 

Mitunter die schwierigste Aufgabe ist es immer, dass Sieb passgenau zuzuschneiden und anzupassen. Endlos gemacht wird es mit Heißkleber, der fließt richtig schön in die Maschen und hält sehr gut.

Nachdem das Sieb endlos gemacht ist, kommt es in den Gitterkorb. Damit das Sieb auch gut an der Trommel anliegt habe ich mir - aus Gardena-Micro-Dripsystem - 1/2" Schläuche ebenfalls endlos gemacht. Diese Schläuche sind relativ steif, und pressen daher das Sieb ganz gut gegen das Drahtgeflecht. Insgesamt habe ich 6 solcher Schläuche auf die Länge der Siebtrommel aufgeteilt, also zirka alle 15cm einen Schlauch.

Um zu verhindern, daß der Schmutz sich in der Trommel am Boden ansammelt und dort liegenbleibt, habe ich mir Mitnehmerleisten gebastelt. Dazu wurden Kunststoffwinkel mit 15x15mm verbaut und auf die Gardenaschlauchringe befestigt. Diese Leisten liegen sehr gut am Sieb an, da der Gardenaschlauch ein bisschen dünner ist. Ich habe mich für 6 Stück entschieden, wobei ich jederzeit weitere Leisten montieren könnte!

Ich habe in die Trommel auch eine Revisionsöffnung eingebaut. Zuerst habe ich rund um die Öffnung ein Dichtungsband montiert! Und dann habe ich auch noch 8 Stück Gewindebolzen (Gewindestangenreste von der Trommel) eingeklebt, um den Deckel einfach von außen anschrauben zu können! Aus Drahtgitter und Sieb wurde ein passender Deckel geformt, der dann mit einem Plexiglasrahmen gleichmäßig angepresst wird. Das Sieb wurde mit Fischergarn auf das Drahtgitter genäht, damit es nicht bei jedem Öffnen herunterfällt!

 

Als nächstes überlegte ich mir, wie ich die Ablaufrinne bauen sollte. Bei meinem alten Trommler habe ich mir selber aus Plexiglasplatten eine Rinne zusammengeklebt, aber wie ich feststellen musste war das keine dauerhafte Lösung. Also entschied ich mich eine Kunststoffregenrinne zu verwenden. Im Anschluss dann noch auf beiden Seitenteilen die passenden Ausnehmungen ausgeschnitten und die Rinne eingesetzt.

 

Jetzt mußte ich den Trommler einmal fertig zusammenbauen. Also die Trommel mit den Deckeln verbinden. Das Ganze sieht dann so aus!

 

Weiter ging es mit den Zuläufen zum Filter. Da ich mir sicher war, die gleichen Öffnungen wie vom alten Trommelfilter nicht genau nocheinmal einbauen zu können, da der Filter vom Durchmesser ein wenig kleiner ist als der "Alte", beschloss ich Spiralschläuche zu verwenden. Dadurch bin ich mit den Anschlüssen sehr flexibel, und ein paar Zentimeter mehr oder weniger können leicht überbrückt werden. Wie es sich herausstellte, hätte ich aber trotzdem den Trommler um ca. 5cm kürzer bauen sollen, dann hätte alles etwas leichter in der Filterkammer Platz gehabt. Aber Siebfläche ist eben alles!

 

Kopfzerbrechen machte mir die Motoraufhängung. So wie beim alten Filter wollte ich es auf keinen Fall mehr machen, nämlich das der Motor zugleich als Riemenspanner fungierte. Durch die Zugkräfte verdrehte sich der Motor immer, und ein "schieflaufen" des Riemens war vorprogrammiert. Also musste was Neues her - sowohl bei der Motoraufhängung als auch beim Riemenspanner!

Die Motoraufhängung wurde aus Restmaterial das beim Ausfräsen der Trommel übrigblieb gebaut. Mit dem Motor und auf der Trommel montiert, sieht das Ganze durchaus brauchbar aus!

 

Der Riemenspanner wurde ebenfalls aus Restteilen gebastelt, und ist sehr einfach - aber wirkungsvoll aufgebaut!

 

Jetzt fehlt eigentlich nur noch der Düsenstock und die Aufhängung. Als Reinigungsdüsen verwende ich wieder die bewährten Gardenafächerdüsen mit 90° Sprühwinkel. Insgesamt habe ich auf meinen ~70cm Trommellänge 19 Stück Düsen verbaut. Als besonderes Equipment habe ich 1 Düse zusätzlich in die Schmutzrinne eingefügt, die dafür sorgen soll, das kein Schmutz in der Schmutzrinne liegenbleibt. Wie der erste Testlauf gestern zeigte, dürfte das auch sehr gut funktionieren. Da ich jetzt auch von außen auf beiden Seiten in die Schmutzrinne kann, und zusätzlich die Öffnung in der Trommel habe, sehe ich kein Problem mehr mit einem "Verstopfen"! Zur Aufhängung des Trommelfilters habe ich 2 Wasserleitungsrohre verwendet, an denen der Trommelfilter mittels Schellen und Gewindegestänge angehängt ist.

 

Als besonderes Highlight meines Trommelfilters möchte ich euch noch meine Sicherheitsklappe vorstellen. Sollte aus irgendeinem Grund die Steuerung des Trommelfilters einmal ausfallen, die Spülpumpe versagen oder der Motor sich nicht drehen, habe ich eine Sicherheitsklappe eingebaut. Diese öffnet bei ca. 7-10cm Wasserstandsunterschied zwischen Trommel und Filterkammer. So kann ich ein Trockenlaufen der Pumpen verhindern. Die Klappe kommt aus dem Lüftungsbereich von Abluftventilatoren wie sie im Hausgebrauch verwendet werden. Eine Feder wurde zusätzlich angebracht die die Klappe zuhält, bzw. durch die der Zeitpunkt des Öffnens „eingestellt“ werden kann!

Die Klappe befindet sich auf der Seite, wo der Kanalanschluss der Schmutzrinne sitzt. Hier rechts unten im Bild:

 

Die Spülung steuere ich nicht über das Niveau, sondern ich habe mir ein Zeitrelais besorgt, bei dem ich sowohl Spüldauer als auch Spülintervall einstellen kann. Ich habe früher beim alten Trommelfilter schon mit Niveausteuerungen herumexperimentiert, aber nie so richtig zufriedenstellende Ergebnisse bekommen. Mit dem Zeitrelais, kann ich einfach und präzise steuern, wann und wie lange der Trommelfilter gereinigt werden soll. So verwende ich zur Zeit 17sec. Spülzeit, da macht der Trommelfilter genau eine ganze Umdrehung plus ein paar Zentimeter. Dadurch wird sichergestellt, daß nicht immer dieselbe Siebfläche aus dem Wasser ragt, bzw. die Filterarbeit erledigen muß. Als ich den Trommelfilter eingebaut habe, war der Abstand zwischen den Spülungen auf 10min eingestellt. Bereits am nächsten Tag konnte ich den Intervall problemlos auf 25min erhöhen, und wahrscheinlich werde ich in Zukunft den Wert noch weiter nach oben korrigieren können.

Und so sieht der Trommelfilter fertig eingebaut im Filter dann aus! Viel Platz ist nicht mehr, aber dafür der Platz der vorhanden ist, bis zum letzten Zentimeter ausgenützt!

 

 

Was ja immer wieder von größtem Interesse ist, sind die Kosten!

ca. 370€ Materialkosten für den Trommelfilter (da habe ich noch die meisten Rechnungen - Doppel- und Fehlkäufe inklusive)

ca. 75-100€ würde ich mal für den Scheibenwischermotor (EBAY, ...), den Riemen und die Riemenscheibe rechnen (haben mich 50€ gekostet Riemen + Scheibe)

ca. 150€ für die Steuerung mittels Zeitrelais, dann noch ein Netzteil für den Scheibenwischermotor

ca. 100€ für Kleinkrams den man so oft nicht beachtet

ca. 50€ für die Spülpumpe (ist nach oben hin natürlich offen)

 

Macht dann in Summe ca. 700-800€ wenn man alle Teile zusammenkaufen muss. Arbeitszeit und eventuell benötigtes Werkzeug ist in dieser Summe aber noch nicht eingerechnet. Dafür kann man sicher ein paar Euros sparen, wenn man schaut das man die Teile wo günstig gebraucht bekommt. Als Netzteil habe ich z.B. ein altes Notebookladegerät im Einsatz, daß ein Freund hatte. Den Scheibenwischermotor habe ich von einem anderen Bekannten ergattert. Ein Arbeitskollege der als Hobby Modellflug betreibt, hat mir bei einer Verlängerung der Antriebswelle geholfen, usw. Hier lässt sich sicher eine Menge an Geld sparen.

 

Was ich beim Neubau anders machen würde:

1. Riemenatrieb beidseitig von der Trommel

2. Bei reinem Trommelfilterbetrieb größere Schmutzrinne, die man leicht entnehmen kann

3. Wenn Punkt 2 gemacht wird, dann dafür keine Revisionsklappe mehr

 

 

Änderung des Trommelfilters im Dezember 2012:

Wie vorhin erwähnt, würde ich einen beidseitigen Riemenantrieb beim Trommelfilter in Zukunft bauen. Da ich im Dezember 2012 den Trommelfilter zu einer Revisionsarbeit aus dem Filter nehmen musste, habe ich diese Gelegenheit auch gleich genützt um den 2.Riemen einzubauen. Dazu wurde die Antriebswelle durchgehend verlängert, sodass von dem einen Scheibenwischermotor jetzt 2 Zahnriemenräder angetrieben werden. Baugleich wie auf der einen Seite wurde auch auf der anderen Seite ein Riemenspanner realisiert.

 

 

 

 

© by Roland Oberbauer